Alpenglühen
Schauspiel von Peter Turrini
22. – 30. Januar 2027
(tgl. außer Mo. & Di. / 24.1. um 16:30h)
Beginn: 20:00h – Forum II

Ein blinder, alternder Mann lebt in einer einsamen Berghütte, wo er im Dienste des Fremdenverkehrs die Stimmen ausgestorbener alpiner Tiere imitiert. Er fristet sein Dasein in teils aufgezwungener, teils selbst gewählter Isolation. Seine Verbindungen zur Welt sind ein Kofferradio ohne Batterien und der Sohn eines Bauern, der ihm auf seine Fragen nach der Welt die Antworten gibt, die er ihm eingetrichtert hat. Ist der Mann wirklich blind? Und welche Geschichte, die er über seine Erblindung erzählt, ist wahr? War er früher – wie er zuerst erzählt – Journalist? Ist er vielmehr ein ehemaliger Nazi? Oder doch Theaterdirektor? Der einzige Wunsch des blinden Mannes, der Besuch einer einfühlsamen, gebildeten Frau, wird ihm vom Blindenverband erfüllt. Doch wer ist diese Dame, die den Weg in die Abgeschiedenheit findet und sich mit ihm über klassische Literatur unterhält? Die erfahrene Prostituierte, als die sie sich vorstellt, die Sekretärin des Blindenverbandes, die sich nach Wahrnehmung sehnt, oder doch eine Schauspielerin, die sich auf die Rolle der Liebenden, der Julia spezialisiert hat? Turrinis Stück ist alles zugleich: ein Pornoschwank, eine Persiflage auf alle möglichen Filme, ein krachendes Volksstück, eine philosophische Komödie. Aber vor allem ist „Alpenglühen“ ein aberwitziges, grotesk verwickeltes, hinter denen am Ende immer die Kunst steckt – schließlich ist sie es, die der allgemeinen menschlichen Blindheit stets neue innere Welten öffnet.
Mit: Beatrice Czerny, Karl Schleinzer und Moritz Spitz
Regie: Pani Stamatopolos, Raum: Franz Basdera
Ein tolles Volksstück !